Liebe, Verantwortung

Weihnachten und die Psychologie des Schenkens…!

Was wäre wenn wir mal auf all die Staubfänger und Nice-Scheiß-Geschenke verzichten würden, die wir jedes Jahr so verteilen?! - und dem Schenkvorgang an sich mal mehr Beachtung und Aufmerksamkeit schenken würden?!

Was wäre wenn…?!

Was wäre wenn wir mal auf all die Staubfänger und Nice-Scheiß-Geschenke verzichten würden, die wir jedes Jahr so verteilen?! – und dem Schenkvorgang an sich mal mehr Beachtung und Aufmerksamkeit schenken würden?!

Schon als Kind fiel mir auf, dass sich Erwachsene manchmal etwas zu Weihnachten überreichten, und während der Schenker dabei ein Lächeln im Gesicht trug, welches die Aufschrift hätte tragen können: Ich weiß, dass das ein Scheiß Geschenk ist, und obendrein ein Weiterschenk-Geschenk, aber extra Geld und Zeit wollt ich für Dich nicht aufbringen, und gar nix zu schenken hätte mich kniggrig dastehen lassen, also kriegst du das!“, zeichnete sich im Beschenkten dieses leicht verkniffene Grinsen der vermeintlichen Dankbarkeit ab, worauf, hätte jemand in jenes Gesicht geblickt, gestanden wäre: Juhu, schon wieder so ein unnötiger Scheiß, und für diesen Plunder soll ich auch noch Dankbarkeit heucheln und meine Mundwinkel nach oben malträtieren, …wo werd ich den Schmarren wohl wieder los!? …am besten bei meiner verhassten Schwiegermutter, dann brauch ich für die Alte Hexe selber nix kaufen!“

Es lebe das Fest des Schenkens und der Freude!

Selbst die Oma muss sich beim 17ten Kitsch-Engel zum Aufstellen auf ihrer bereits geknechteten Komode zusammenreißen, um beim in Empfang nehmen dieser völlig einfallslosen Idee nicht dreinzublicken, wie jemand der kurz davor steht Durchfall zu bekommen.

Und auch die Hausbesorgerin, die von sämtlichen Parteien jedes Jahr eine Flasche Alkohol in die Hand gedrückt bekommt, fragt sich, ob es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, welches besagt, dass alle Hausmeister saufen müssen, um nur ja vorurteilsgetreu irgendwann den Alkohol-Tod zu sterben!? – Selbst jene, denen sie bereits mitteilte, dass sie keinen Alkohol trinkt, schenken die geistreichen Flaschen munter weiter. Keiner kommt auf die Idee, ihr mal ein paar Euro in ein Kuvert zu stecken, damit sie sich damit mal selber eine Freude machen kann die auch wirkliche eine ist, und echte Wertschätzung dafür erfährt, dass sie Jedermanns Dreck das ganze Jahr über beseitigt.

Wir schenken Schokolade, ohne je einmal gefragt zu haben, ob diese Person überhaupt gerne nascht? – Ob sie lieber weiße, Milch- oder Zartbitter-Schokolade mag? Oder ob sie vielleicht gar Diabetiker ist?!

Was wenn wir uns „wirklich“ Gedanken um jede zu beschenkende Person machen würden, und uns die Zeit bereits unterm Jahr nehmen, um besagten Menschen treffsicherer beschenken zu können!?

Eine Freundin schenkt ihrer besten Freundin jährlich die selbe Art Modeschmuck: Zierlich, niedlich, und das einzige was dran manchmal stimmt ist die Farbe. Aber alles andere, ist Meilenweit weg von dem Stil, den sie wirklich gerne und offensichtlich trägt. Man könnte meinen, dass ihre Freundin sie noch nie wirklich wahrgenommen hat. Da sie aber ansonsten eine innige und gute Beziehung zueinander haben, traut sich die Beschenkte ein ums andere Mal nichts sagen, weil sie ihre Freundin nicht kränken möchte. – So wird weiterhin Geld für etwas ausgegeben, was dem anderen statt Freude, jedesmal Frust und Alibi-Tragezwang aufbürdet.

Die Schwiegermutter bringt ihrer Schwiegertochter (absichtlich oder aus mangelndem Schenk-Talent heraus), zum Weihnachtsfest einen Rosenstock mit. Mehr als einmal hatte die Schwiegertochter erzählt, dass sie sich über die Nachbars-Rosen ärgert, die jedes Jahr mehrmals über ihren Zaun wuchern. Mehr als einmal hat sie beim gemeinsamen Besuch der alljährlichen Gartenmesse mitgeteilt, dass Kakteen und Rosenzeugs nicht das ihre sind, weil sie alles was Stacheln und Dornen hat nicht mag. Und dennoch ist die Schwiegermutter enttäuscht, und sogar gekränkt, dass sie mit dieser Staude sooo weit daneben liegt…!

Ein Mann wünscht sich einen bestimmten Golfschläger. Seine Freunde wissen das, da er bereits das ganze Jahr über von dem Ding schwärmt. Anstatt dass sie zusammenlegen und ihn gemeinsam diese Freude machen, kauft jeder einzeln etwas das mehr im Budget für Freundschaftsgeschenke liegt, und die Freude bleibt aus. Wieder das übliche Klumpert, das keinen interessiert, und jeder schon mal weggeschmissen, oder weitergeschenkt hat.

Wenn Du schenkst, dann schau dem Beschenkten dabei aufmerksam ins Gesicht. Man erkennt für gewöhnlich, ob es wirklich Freude bereitet hat, oder ob es eine höfliche Gesichtsentgleisung ist.

Und wenn der Beschenkte den Mut aufbringt mitzuteilen, dass er damit keine Freude hat, dann wäre es gut statt beleidigt zu sein und dieser Aufrichtigkeit gemeinerweise Undankbarkeit zu unterstellen, in sich zu gehen, und sich die Frage zu stellen, ob man vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit und zu wenig Interesse am anderen hat, weil man offensichtlich so gar nicht mitbekommen hat, was derjenige wirklich will und was diese Person ausmacht!?

Wenn die beste Freundin nach mehreren Jahren der Freundschaft noch immer nicht weiß, dass ihre Freundin auf Knoblauch allergisch ist, und auf Weihrauch Kopfschmerzen bekommt, und ihr ergo dessen, Pastasugo „aglio e olio“ und Weihrauch-Räucherstäbchen schenkt, dann darf diese Freundschaft vielleicht auch mal hinterfragt werden!

Wenn der Ehemann seiner Frau zu Weihnachten ein Kleid in Größe 44 schenkt, obwohl sie seit dem Sommer hundert mal voll Freude gesagt und gezeigt hat, dass ihr nach ihrer Diät wieder Größe 38 passt, dann kann es mit der Aufmerksamkeit dieses Partners wirklich nicht weit her sein!

Wenn die 16-jährige Tochter das ganze Jahr nur noch von einer einzigen Sache schwärmt, und zu Weihnachten alles mögliche und sündhaft teure unterm Baum liegt, aber diese eine Sache stattdessen nicht, dann darf man auch als Teenager schon mal fragen, ob irgendein Elternteil je zuhört!

Wir sollten uns angewöhnen, Menschen die wir zu kennen meinen, und die wir zu lieben glauben, einfach mehr Fragen zu scheinbar banalen Dingen zu stellen: Was ißt du am liebsten? Welche Farbe ist deine Lieblingsfarbe? Wie sieht dein Lieblingsort aus? Hast du eine Lieblingsfussballmannschaft? Usw.

Vielleicht wärst auch Du erstaunt, was Du alles über sogar nahestehende Menschen nicht wusstest…!?

Und was spricht dagegen, einfach auch mal nachzufragen, was sich jemand konkret wünscht?! Es wäre schön, wenn auch die Erwachsenen ihre Wunschzettel und Wunschlisten schreiben würden, und nicht nur die Kinder!

Und was wenn wir nicht mehr reflexartig jene beschenken, von denen wir meinen, dass sich das so gehören würde, sondern nur jene Menschen, wo uns das Bedürfnis diese bestimmte Person zu beschenken auch wirklich aus dem Herzen kommt!? – Und all die andern einfach mal auslassen, weil es ehrlicher wäre!?

Wo steht geschrieben, dass man dem Schwiegermonster etwas schenken muss, nur weil Weihnachten ist?! Kann ja der Sohn selbst übernehmen, seiner Mutter etwas zu schenken (wenn er will!), und es dann eventuell im gemeinsamen Namen aushändigen. Das wäre Diplomatie genug, oder nicht!? – Da geht man sich das ganze Jahr tunlichst aus dem Weg, und an Weihnachten spielen dann alle plötzlich die große Familie, und über den Festtagsbraten fliegt das Arsen-vergiftete Lächeln, und man ist froh, wenn das erzwungene Gerede übers Wetter und über die Klimaerwärmung endlich verstummt, weil alle wieder zu Hause sind, und in Echtheit ausatmen können.

Wer sagt, dass ich dem Rauchfangkehrer zum Jahreswechsel Geld schenken muss, nur weil es angeblich Brauch ist, obwohl der mich und ich ihn überhaupt nicht ausstehen kann!?

Was wenn wir bereits im Juli in uns gehen, und uns dieses Jahr mal die Frage stellen: Welche 10 Personen tauchen spontan vor meinem inneren Auge auf, die ich wirklich gerne beschenken möchte, weil sie mir viel bedeuten, und nicht weil wir verwandt, verschwägert, oder ich abhängig von jemanden bin?! – Und alle anderen lassen wir einfach mal weg.

Was wenn manche von uns ihr Schenk-Budget bezüglich Freundeskreis einfach mal kräftig ausdehnen, wenn sie mal über die 20- oder 30-Euro-Grenze bei den „Nicht-Verwandten“ hinaus schreiten, und damit vielleicht für jemanden einen echten und vor allem brauchbaren Herzenstreffer landen?!

Die Großzügigkeit ist genauso ein sinnvolles Trainingsgebiet wie die Nehmer-Qualität.

Ersteres wäre zu hinterfragen… Wieso steckt man sich einen festen Betrag wenn man jemanden beschenken will, und lässt es nicht einfach auf sich zukommen. Sicherlich, man kann sich nicht jedes Geschenk leisten, aber oft wird etwas zurückgelegt und nicht genommen, obwohl es ein gelungenes Präsent wäre, weil es ein paar Euro über dem festgelegten Budget ist. – Und würde man es dennoch nehmen, würde wohl keiner von uns den Hungertod sterben. Die Rede ist hier nicht davon, dass man sich fürs Schenken in Schulden stürzen soll, aber des öfteren habe ich Menschen bei ihrem Einkauf und Schenkverhalten beobachtet, oder sie haben mir davon erzählt, und man konnte sehen, dass eine seltsame Art von Begrenzung in ihnen wohnt. – Was oft dazu führt, dass man sich letztlich für irgendeinen Schmarren entscheidet, anstatt etwas von Wert und Schönheit zu schenken. Da wärs manchmal gescheiter lieber gar nichts zu schenken.

Daher darf die Frage gestellt werden: Wieso habe ich mir ausgerechnet diesen einen bestimmten Betrag als „Schenk-Grenze“ eingestellt? Was wenn ein wirklich gutes Geschenk heuer mal mehr kostet, und das Jahr drauf ein ebenso treffendes Geschenk auch mal weniger kosten darf?!

Es ist auch mal ok, oder sogar sinnvoller, gemeinsam zusammenzulegen, damit sich ein etwas größerer Wunsch für die Person realisieren lässt.

Am Ende zählt doch nur die Frage: Hat es den beschenkten Menschen wirklich Freude bereitet – denn dafür schenkt man doch hoffentlich!?

Und was wenn einige von uns mal genauer darauf achten, wie ihre Fähigkeit im „Beschenkt-Werden“ sich verbessern lassen könnte?! – Mal ein bisschen mehr Nehmer-Qualität trainieren würden!?

Als ich meine Oma früher fragte: „Oma, was wünscht du dir zu Weihnachten?“, hörte ich Jahr für Jahr die gleiche Antwort: „Nichts mein Herzerl, ich hab alles was ich brauch, kauf dir was Schönes um das Geld.“ Für mich war das ganz schön frustrierend, wollte ich doch meiner genügsamen Oma zumindest ein paar mal im Jahr, und erst recht zu Weihnachten, eine große Freude machen, soweit das mein Taschengeld eben zuließ. Und ich hätte alles dafür gegeben, einmal von ihr zu hören: „Über dies oder das würde ich mich sehr freuen!“ Ich wäre hochmotiviert losgezogen und hätte es aufgetrieben – für meine über alles geliebte Oma.

Heute bin ich erwachsen, und höre noch immer von Menschen die ich liebe: „Ich hab alles, ich brauch nix.Jo eh. Aber es geht ja beim Schenken nicht unbedingt ums „brauchen“, sondern ums „freuen“.

Als ich mal einer Freundin ein Geschenk machte, von dem ich wusste dass es ihr gefallen wird, weil sie diesen Gegenstand bei mir daheim mal gesehen hatte und stark positiv drauf reagierte, ging ich kurzer Hand und besorgte ihr auch so ein Teil. Es lag im dreistelligen Bereich und ja, es war kein günstiges Geschenk, aber ich wusste es wird ihr gefallen, und wieviel echte Freunde hat man schon im Leben?! Ihre Reaktion darauf erstaunte mich auf das Negativste: „Bist du wahnsinnig, das war ur-teuer! Ich hab das in der Auslage in der Innenstadt gesehen,… soviel Geld für mich … mein Geschenk an dich war nicht mal annähernd so teuer … jetzt muss ich dir auch noch was kaufen…!“ Besonders der letzte Satz hat mich echt gekränkt, zumal sie hätte wissen müssen, dass ich Zeit meines Lebens und schon als Kind immer völlig ohne Erwartungshaltung und aus freiem Herzen schenkte. Wir hatten anschließend noch ein ausführliches Gespräch darüber, wie verletzend die eigene innere Begrenzung, Berechnung oder Geizigkeit sein kann, und dass man als Beschenkter nie von sich auf andere schließen sollte, weil man damit dem Schenker auch die Freude am Schenken zerstören kann.

Sie erzählte mir davon, dass das Thema Schenken seit jeher für sie belastet ist, weil in ihrer Familie zu jedem Anlass das Schenken in einen Wettkampf ausartete, und ihre Mutter dafür stets eine Gegenleistung auf der Verhaltensebene erwartet hat. Das Trauma von damals von meinen Geschenken heute zu trennen, und daraus die Erfahrung werden zu lassen, die es sein darf und soll, war eine heilsame Neuentwicklung. Inzwischen verwendet meine Freundin liebend gern das besagte Geschenk, und denkt jedesmal liebevoll an mich und unsere einfache und unkomplizierte Freundschaft.

Seit damals achte ich noch mehr als je zuvor darauf, dass meine Geschenke, ob groß oder klein, günstig oder teuer, sich nicht von den schlechten Nehmer-Qualitäten der Beschenkten beeinflussen lassen.

Im übrigen ist es völlig in Ordnung auch Gutscheine zu schenken, wenn man dem Freude-machen seinen Freiraum lassen will. Und daran ist auch gar nichts unpersönliches, wenn es nicht zur lieblosen Daueraktion wird. Ein Gutschein für das „richtige“ Geschäft, stiftet oft mehr Freude, als irgend ein Gegenstand der so gar nicht passt. Und man kann ja auch das Angebot dranhängen, gemeinsam etwas dafür aussuchen zu gehen. Dann ist es sogar sehr persönlich und liebevoll.

Denn das größte Geschenk das wir alle schenken können, ist ZEIT.

Wenn Du dieses Thema oder unsere Blog-Artikel-Reihe insprierend und wertvoll findest, teile es gerne mit jenen die Dir am Herzen liegen und schenk uns dein Like.

Du findest uns auf instagram, facebook & youtube, und natürlich erst recht auf www.claudia-lang-akademie.at.

Ach ja, und noch was: Apropos schenken! Auf www.claudia-lang-galerie.at findest Du jede Menge Geschenk-Artikel, die Humor, Liebe und Tiefgang mit sich bringen! Dabei sind:

Lustige Tassen, Kissen, Taschen, Fußmatten und natürlich die genialen und erschwinglichen Kunstdrucke aus den Originalwerken! – Auf jeden Fall eine exklusive Geschenkidee für alle die gerne Lachen.

Und das Schöne dabei ist: Von dem Verkaufserlös ergeht ein Teil an die Organisation der CliniClowns! Damit auch jene wieder Aufmunterung erfahren, die gerade nichts zu Lachen haben, weil sie im Krankenhaus sind.

Ich danke Dir schon jetzt, für Deine Unterstützung und Mitwirkung Gutes zu tun.

Bitte sag auch anderen weiter, dass sie auf unserer Galerie-Seite viele lustige Geschenk-Ideen finden. Denn Lachen ist bekanntlich gesund!

Ein schenkfreudiges, humorvolles und lustiges Weihnachten wünscht Dir,

Deine Claudia Lang