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Vom „Gut-Mensch“ zum „guten Menschen“

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!, meint Erich Kästner zum Thema. Auch um dieses Thema geht es in dem neuen Blog-Artikel.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!, meint Erich Kästner zum Thema.

Und keine Frage, die Welt braucht mehr denn je, wahrhaftig „gute“ Menschen.

Im Zeitalter des Selbstdarstellungswahns und der Exibitionsneurosen ala Socialmedia & Co., nimmt die Zahl der offensichtlichen Gut-Menschen leider immer mehr zu, und dafür der gesunde Selbstwert und die Würde umso mehr ab. Was auch die Anzahl der wirklich guten Menschen schrumpfen lässt.

Doch was unterscheidet eigentlich den „Gut-Mensch“ vom wahrhaft „guten Menschen“?

Während der „Gut-Mensch“ vordergründig scheinbar „gute Dinge“ tut, die auf den ersten Blick nicht immer zu unterscheiden sind von den Handlungen die ein „guter Mensch“ setzt, tut er diese Dinge nicht wirklich um anderen zu helfen oder aus purer Selbstlosigkeit, sondern für einen bestimmten Eigennutz. (beispielsweise um gut dazustehen, oder um eine eigene Vorteilsberechnung unterzubringen, oder im Selbstaufopferungsstatus zu glänzen, oder eine spätere Manipulation vorzubereiten…usw.) Es hängt einfach bei allem was ein Gut-Mensch macht, sagt oder denkt ein Zettel dran, auf dem der Preis/die Erwartungshaltung bezüglich Gegenleistung steht.

Der Gutmensch stellt sich vorwiegend und meist in Begleitung des Rampenlichts in den Dienst der Menschheit oder seines Nächsten, und lässt sich dafür feiern. Sein wahres Motiv ist der zu erntende Applaus oder auch eine gezielte Vorteilsberechnung. Die eigene Selbstdarstellung im Sinne von: „Seht her wie edel und gut ich doch bin…!“, oder emotionale Erpressung wie „Ich hab immer soviel für Dich getan, das Mindeste was ich mir erwarten kann ist doch wohl…!“, sind der wahre Hintergrund für dessen Handlungen.

Der gute Mensch hingegen, stellt sich in den Dienst am Nächsten und hilft bzw. handelt völlig selbstlos. Einfach weil er Handlungsbedarf erkennt, und sich in der Lage sieht es zu tun. Weil ihm sein ethischer Kompass anzeigt, dass man eine soziale Verantwortung hat. Seine gesunde Selbstliebe gebietet es ihm, sich selbst als hilfsbereit und wohlwollend handeln zu lassen. Ein solcher Mensch erkennt das Privileg darin, handeln und helfen zu können, und mit seinem Dasein die Welt ein kleines bisschen schöner, lebenswerter und heller zu gestalten. Unabhängig davon, ob gerade die Scheinwerfer an sind oder nicht. Unabhängig davon, ob Publikum dazu applaudiert oder nicht. Und unabhängig davon, ob es einen eigenen Nutzen daraus zu generieren gibt oder nicht.

Damit haben wir zwar ein klares Unterscheidungsmerkmal zur Hand, aber die Anwendung dessen, ist oft nicht ganz so klar, und kann schnell mal zu Unrecht-Behandlung und zu Verkennung führen…!

Es empfiehlt sich daher, wie bei allem im Leben, immer bei sich selbst zuerst die Lupe scharf zu stellen, und genauer hinzusehen, wie die eigenen Handlungen tatsächlich und unter dem maximalen Aufgebot an Ehrlichkeit motiviert sind.

Das Verhalten und die Handlungen eines Gut-Menschen orientieren sich häufig an der emotionalen und gesellschaftlichen „Wetterlage“. Will heißen, man dreht sich wie das berühmte Blatt im Wind, und achtet darauf, woher gerade das günstigste Lüftchen weht.

Ein bekanntes Beispiel hierzu fand 2015 statt. Unter der Parole „Wir schaffen das“, liefen einige Menschen zu den eintrudelnden Flüchtlingen und brachten Kleidung, Essen und Sonstiges mit. – Weil sich das ja so gehört, dass man als ach so privilegierter Mensch, den Ärmeren unter uns „hilft“. Man hat sich „gut“ gefühlt, weil man den „Armen“ etwas gegeben hat. Das schlechte Gewissen wegen dem eigenen Wohlstand, den wir möglicherweise auf Kosten derer genießen, denen wir gerade eifrig „helfen“, konnte damit etwas gedämpft werden. Anstatt dass wir aufhören uns ständig dafür zu entschuldigen, dass es uns gut geht, und vor allem aufhören würden, uns permanent überall einzumischen und zu bedienen oder Kapital aus der Not anderer zu schlagen!

Wenige Jahre später, waren nicht wenige dieser sogenannten „Helfer“ plötzlich unter den FPÖ-Protest-Wählern zu finden. – Und noch einen Vorteil hatten diese demonstrativen Rettungshandlungen: Wenn ich dort schnell was hinbringe, dann muss ich mir nicht Gedanken darüber machen, wo die wohnen und schlafen sollen. – weil meine gute Tat für heute hab ich ja schon getan, und dann kann man sich wieder leichter abwenden. – Heiligenschein an.

Hat man 2015 ein gewisses Bedenken bezüglich der so zahlreichen Aufnahme von Flüchtlingen aller Art geäußert, wurde man als politisch unkorrekt und Rassist schief angesehen. Während, wenn man heute offen und nicht ganz zu unrecht hinterfragt, wie es sein kann, dass ein österreichischer Kleinunternehmer, der seit 35 Jahren brav und nicht wenig ins System eingezahlt hat, und durch Fremdverschulden wie Rezession bzw. dem Putin-Trump-Ego-Tripp plötzlich alles verliert, absolut NICHTS von unserem sogenannten Sozialsystem bekommt! Ein Flüchtling hingegen in der Sekunde, ohne jemals in diesem Land gearbeitet oder Steuern bezahlt zu haben, sofort Mindestsicherung und Obdach erhält!? Ortet man darin doch eine gewisse Schieflage im System, dann erntet man heute nur noch zustimmendes Nicken, und kollektives Beipflichten.

Ein weniger politisch gefärbtes Beispiel ist die berühmte Schwiegermutter. Wenn das Schwiegermonster laufend mit einem frisch gebackenen Kuchen, einer guten Idee für die Gartengestaltung oder einem kleinen Geschenk antanzt, kann man ihr viel schwerer mitteilen, dass sie gerade ein bescheidenes Timing für ihr ständiges Aufkreuzen hat, im Augenblick unerwünscht ist, und überhaupt sich viel zu viel in alles einmischt. – Weil sie meints ja nur gut, und kommt doch mit „Geschenken“!

Und so ist schon so manche Schwiegertochter mundtot gemacht worden, weil mit soviel „gut-gemeinter Energie“ darf man ja keinesfalls in Konfrontation gehen! Und natürlich steht Sohnemann brav daneben, und erklärt seiner genervten Frau inbrünstig: „Die Mama meints ja nur gut!“ – Und weil die Schwiegermama so eine „Gute“ ist, hat sie einen Einmischungsfreibrief für die nächsten 20 Jahre. Paarbeziehung Ade!

Oder noch simpler: Einer jungen Familie brennt die Wohnung komplett ab, weil der fünfjährige Spross mit dem Adventkranz gezündelt hat. Jetzt stehen die Armen Leute ohne alles da, und das in der Vorweihnachtszeit, wo doch Schenken so angesagt ist. Und sofort wittert Nachbarsfamilie „Gutmensch“ die Gelegenheit, sich mit ihrem alten Plunder, den sie seit Jahren im Keller verstauben haben lassen, bei den Opfern der Brandkatastrophe beliebt zu machen, und sich als großzügige Helfer auf der Bühne des Lebens und der Katastrophen feiern zu lassen. Man reagiert selbstverständlich ganz bescheiden, wenn Lob von jenen hereinströmt, die wenigstens so ehrlich waren, und gar nicht helfen wollten.

Ein wahrhaft guter Mensch hätte in so einem Falle wohl eher gefragt: „Was braucht ihr gerade am nötigsten?“, und hätte vermutlich etwas Geld gegeben, damit sie sich selber aussuchen können, was ihnen gefällt, und gefragt ob sie einen Platz zum Schlafen haben, oder ein paar Nächte in einem Hotel spendiert.

Aber auch im Freundeskreis wimmelt es manchmal vor gut getarnten „Gut-Menschen“ die bei genauerer Betrachtung vielleicht nicht das Prädikat „Freund“ verdienen.

Seit 15 Jahren sind Melanie und Julia befreundet. Noch nie hat sich Julia für Melanies Sorgen oder Nöte interessiert. Sie war ja auch viel zu beschäftigt damit, Melanie dauernd von ihrem Leben mit Denis zu erzählen. Erst seit der liebe Denis der guten Julia den Laufpass gegeben hat, ruft Julia bei Melanie in regelmäßigen Abständen an, um zu fragen wie es ihr denn so geht. – Am Beipackzettel dieser plötzlichen Aufmerksamkeit steht: „Wenn ich mir jetzt deinen Scheiß anhöre, dann wirst du ja wohl meine eigene Einsamkeit etwas lindern, und mit mir Zeit verbringen.“ – Dieses freundschaftliche Interesse wird genauso lange anhalten, bis Julia wieder einen Typen an ihrer Seite hat. Aber bis dahin, darf Melanie in der Illusion baden, dass ihre Freundin Julia ein „guter Mensch“ sei.

Auch Peter ist ein Gut-Mensch vom Scheitel bis zur Sohle. Er weiß genau, wem er wann zur Hilfe eilen muss, um später daraus Kaptial zu schlagen. Denn schließlich ist sein Hilfsdienst ja keine Einbahnstraße, nicht wahr!?

Wahrhaft guten Menschen sind Werte wichtig, die Gut-Menschen bereits bei der geringsten Einbuße von persönlichem Vorteil, Feigheit oder Bequemlichkeit in die Tonne treten.

Auch Susanne ist eine Meisterin darin, sich zugunsten ihrer Bequemlichkeit aus sämtlichen Anfragen um Hilfe hinaus zu winden. „Unter anderen Umständen würde ich Dir sofort helfen, dass weist du, aber ausgerechnet diesmal….“, und schon kann man nichts von ihr erwarten. Es darf schon mal sein, dass auch der beste Freund wirklich keine Zeit hat, um bei irgendwas beizustehen oder mitanzupacken, aber wenn es zur Serie wird, weiß man spätestens nach der dritten Abfuhr, dass man auf diese Freundschaft gut verzichten kann.

Und auch Oskar hat die Klappe gerne weit auf wenn er in seiner Männerrunde vom Sportverein sitzt. Wenn man ihn da reden hört, könnte man meinen, er hätte Mut und Tatkraft mit dem Schöpflöffel verspeist. „Also wenn das mein Chef machen würde, dem würde ich aber bescheid stoßen, weil mit mir lass ich sowas nicht machen,… ich weiß genau, dass die ohne mich nichts auf die Reihe bekommen, und da muss man eben ganz klar sagen was Sache ist…!“ Tatsache ist, dass er in seiner Firma als der Speichellecker vom Dienst gilt, und auch er ein Staubwölkchen und Meister der Unsichtbarkeit ist, wenn es darum geht Form und Position zu beziehen, oder sich für die Wahrheit oder Gerechtigkeit gerade zu machen.

Rückgrat, Würde und Schneid kann man zwar nicht kaufen, aber man kann es entwickeln – und sollte es auch, schon sich selbst zuliebe. Denn die eigene Selbstachtung und der echte Selbstwert steigen immens, wenn man diese charakterlichen Qualitäten nach Kräften und mit vollem Engagement ausbaut!

Besonders gewarnt sei vor Menschen, die gerne und oft von ihren „guten Taten“ erzählen, denn sie sind meist diejenigen, die in Wahrheit ständig „brauchen“, und niemals satt werden!

Sandra ist so eine konsequente Selbstdarstellerin, die es versteht immer und überall, und ganz unauffällig versteht sich, zu erzählen, was sie nicht alles für andere getan hat, und wie engagiert und beherzt sie wiedermal jemanden gerettet hat, oder zur Hilfe geeilt ist.

Es ist keineswegs verboten, davon zu erzählen, wenn man wo helfen konnte, – im Gegenteil! Man darf durchaus zu seinen guten Taten stehen. Aber es besteht ein feiner und himmelweiter Unterschied, zwischen erzählen und erzählen. – Hier geht es wieder um die Frage: WAS erzähl ich WEM und WARUM?

Ein weiteres Merkmal des Gut-Menschverhaltens ist eine gewisse Portion Feigheit. Ein solcher Mensch würde sich niemals wirklich für eine Sache weiter hinauslehnen, als es seinem eigenen Nutzen dienlich ist. Echtes Engagement über die lange Strecke darf man sich von ihm nicht erwarten. Denn das „Gut-sein“ soll schließlich nicht in Anstrengung ausarten!

Egal welcher Meinung man gerade sein mag, und welche Ansicht man gerade aktuellerweise vertritt, der Gut-Mensch wird stets ein wachsames Auge darauf haben, was gerade im Außen gut ankommt, und welche Gesinnung gerade dem eigenen Glorienschein und dem eigenen Standing zum Vorteil gereicht. Dort wo gerade mehr Applaus zu erwarten ist, dorthin wird sich der Gut-Mensch am ehesten engagieren. Damit kann man diese Sorte Mensch nie wirklich kennen lernen, denn sie zeigen immer nur eine „populäre Facette“ von sich, die sie je nach gesellschaftlicher Wetterlage spontan verändert und keinerlei Beständigkeit und Authentizität besitzt.

Meine Freundin Iwona zum Beispiel, ist der Inbegriff eines wirklich guten Menschen. Von ihren guten Taten weiß ich deshalb, weil ich an ihrem Leben teilhaben darf, und sie Frage was sie so treibt. Und anstatt es sich in ihrer wohlverdienten Pension gemütlich zu machen, kümmert sie sich aufopfern um ihre Demenz-kranke Mutter, Dolmetscht nebenbei noch für polnische Frauen in Not damit sie die ärztliche Rettung bekommen können die sie benötigen, und engagiert sich seit vielen Jahren aktiv und Ehrenamtlich für den Verein „Gemeinsam gegen Landmienen“. – Wenn sie über ihre Hilfsaktionen spricht, dann keineswegs weil sie sich ins Rampenlicht stellen will, sondern weil sie darauf aufmerksam macht, was so dringend gebraucht wird, und welche Schicksale vielleicht aus unserem Augenwinkel fallen, aber dennoch stattfinden.

Dieser Artikel lädt jeden Menschen dazu ein, aufrichtig und in privater Stille in sich zu gehen, und einen wichtigen Charakter-Check vorzunehmen. Und in weiterer Folge vielleicht auch mal, das private gesellschaftliche und familiäre Umfeld etwas genauer diesbezüglich unter die Lupe zu nehmen.

Tatsache ist nämlich, dass JEDER von uns, JEDEN TAG etwas wirklich WERTVOLLES, SINNVOLLES und HILFREICHES tun kann, wenn er/sie nur möchte.

Lassen wir uns von der allgemeinen Heuchelei nicht blenden oder einlullen.

Sondern nehmen wir uns selbst auf den Prüfstand, und überlegen herzhaft, was wir der Welt und dem Leben zurückgeben könnten…!?

Hilfe ist nicht immer eine Frage des Kontostandes,

aber immer eine Frage des Herzens!

Wenn Du gerne mithelfen möchtest, Dir selbst, Deinen Lieben UND kranken Kindern und Erwachsenen etwas Gutes zu tun, dann schau gerne rein bei www.claudia-lang-galerie.at

Es findet sich immer ein edles und humorvolles Geschenk. Du kannst auch mithelfen, die Reichweite zu erhöhen, indem Du die Seite weiterempfiehlst und darüber sprichst. – Danke schon jetzt im Namen der CliniClowns für Dein Engagement und Deine Mithilfe.

In diesem Sinne,

immer gerne für Dich da,Deine Claudia Lang